Schutzhütten

Der südhessische Naturpark Bergstraße-Odenwald stellt mit seinen 3.000 Quadratkilometern ein einzigartiges Wandergebiet dar. Mit einheitlich markierten Wanderwegen, Naturparkplätzen, Schutzhütten sowie Orientierungstafeln und Hinweisschildern bietet dieses eine flächendeckende Infrastruktur.

Schutzhütten, die bei Regen und Gewitter Wanderfreunden des Naherholungsgebiets Schutz bieten, laden überdies zum Rasten und Verweilen ein. Die Ortsgruppe des Odenwaldklubs Dieburg betreut in der Dieburger Gemarkung insgesamt drei Schutzhütten: die Hallwachs-Geisler-Ruhe, die Heinrich-Hermann-Ruhe und die Schützhütte am Jakobsborn.

Hallwachs-Geisler-Ruhe

Friedrich Reinhard Gottfried Adolf Wilhelm Hallwachs wurde am 13.7.1829 in Darmstadt geboren. Er war ein nationalliberaler hessischer Politiker und Abgeordneter der Zweiten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen. 1874 wurde er Kreisrat in Dieburg. Unter seinem Vorsitz tagte am 5.3.1882 die Gründungsversammlung des Odenwaldklubs im Lengfelder Ortsteil Zipfen. Wenige Monate später – am 6.5.1882 – wurde die Sektion Dieburg gegründet. Zum 1. Vorsitzenden wählte man Johann Adam Geisler, Kanzleirat und wie Hallwachs Kreisrat.

Die „Hallwachs-Geisler-Ruhe“ ist umgeben von landwirtschaftlich genutzten Flächen. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein kleiner Tümpel, genannt „Koppelseechen„. Mit Unterstützung des OWK Dieburg, des Nabu und der Unteren Naturschutzbehörde konnte hier ein Rückzugsort für Amphibien eingerichtet werden.

Heinrich-Herrmann-Ruhe

Heinrich Herrmann hatte sich sehr um die Dieburger Presselandschaft verdient gemacht. Er war von 1922 bis zu seinem Tod im Jahr 1952 Verleger des Heimatblattes („Starkenburger Provinzial-Zeitung“, später „Dieburger Anzeiger“). Der aus Würzburg stammende Herrmann war ein von der Pike auf gelernter Buchdruck- und Zeitungsfachmann. 1927 baute er das Verlagsgebäude an der Mühlgasse 3 in Dieburg. In der NS-Zeit wurde Herrmann 1941 die Lizenz entzogen. Der überzeugte Katholik war den Machthabern nicht linientreu genug. Im Mai 1949 brachte Herrmann mit Lizenz der amerikanischen Militärregierung die Nr. 1 seiner Zeitung unter dem neuen Titel »Dieburger Anzeiger« heraus. Heinrich Herrmann war von 1945-1949 Vorsitzender des OWK Dieburg. Ihm zum Gedenken wurde 1953 an dieser Wegkreuzung eine Bank aufgestellt, zum 100-jährigen Vereinsjubiläum 1982 folgte eine Schutzhütte mit dem Schriftzug „Heinrich-Herrmann Ruhe“.

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